Das 4. Leipziger Entenrennen hat eine Gewinnerin:








Vier Menschen im Glück:


Markus Heil von der Heil AG, ganz links im Bild und Helmut Külpmann vom Lions Club Johann-Sebastian-Bach übergeben den Schlüssel des nagelneuen VW FOX an die Vorsitzende des Leipziger Frauenhauses Frau Dr. Steer (rechts).

Anette Ehlers, Präsidentin des Zonta Club Leipzig, die den Gewinn vermittelte, freut sich, dass das Frauenhaus jetzt einen kostenlosen fahrbaren Untersatz hat.

Die Enten und der Wind 4. Entenrennen in Leipzig – Ein voller Erfolg
 


Sonntagmorgen, 20. August 9 Uhr – Die Mitglieder des Lions Club Leipzig „Johann Sebastian Bach“, begleitet von ihren Frauen und Kindern stehen im Park an der Klingerbrücke und treffen Vorbereitungen zum diesjährigen Entenrennen. Das Verkaufszelt wird aufgebaut und kleine gelbe Quitschenten kistenweise angekarrt. Diese sind allerdings nur für die heimische Badewanne. Die großen Plantscher mit Strichcodes unter dem Bauch, befinden sich bereits auf dem Laster, der sie später auf die Rennstrecke, ins kühle Nass, befördern wird. Die mobilen Entenverkäufe/rinnen werden unterdessen mit den restlichen Adoptionsscheinen und Souvenirenten ausge-stattet. Schon in den Wochen zuvor hatten die Mitglieder des Clubs auf Veranstaltungen und bei Aktionen in der Innenstadt mit charmantem Verkaufsgeschick versucht, Adoptionsscheine für drei Euro pro Ente an Mann und Frau zu bringen. Das war bis zum Start über 7000 Mal gelungen So ziehen sie los, für die restlichen Adoptions-scheine, der schon registrierten Enten, noch spendable Eltern zu finden. Auf der Klingerbrücke postieren sich die Helfer. Ein Team an jeder Ecke. So werden möglichst viele Passanten erreicht. Die erste halbe Stunde gibt es allerdings nicht viel zu holen. Lediglich Jogger und Hundebesitzer sind unterwegs. Nach und nach trudeln mehr und mehr Schaulustige ein. Es stellt sich heraus: Einige sind der Meinung, das Entenrennen beginne um zehn Uhr. Falsch gedacht. Um 11 Uhr, wie plakatiert, werden die Sonnenbrillenenten zu Wasser gelassen. Also noch genug Zeit für die Lionsfreunde, weitere Badewannenenten unters Volk zu bringen und Adoptionseltern für die geschnäbelten Sportler zu finden. Sobald die Leute hören, dass es sich um eine wohltätige Aktion handelt, sind sie gerne bereit für die kleine Ausgabe. „Entweder gewinnen wir etwas, ansonsten haben wir etwas für den guten Zweck getan.“ Diesen Satz hört man heute oft. Obendrein stimmt er auch. Man soll ja bekanntlich jeden Tag eine gute Tat verrichten. Und wer weiß, vielleicht kann man heute sogar ein neues Auto zum kostenlosen Fahren für ein Jahr mit nach Hause nehmen. Oder einen der anderen zwanzig hochwertigen Preise, wie Urlaub, Mountainbike oder Farbdrucker. Pünktlich um elf Uhr werden dann annähernd 8000 Enten unter dem Beifall mehrerer tausend Zuschauer zu Wasser gelassen. Doch wollen die kleinen Schwimmer noch nicht so ganz aus sich herausgehen. Nach einigen, anfänglich harten Schwimmzügen, planschten die Gummiquäker munter auf der Stelle. Die Strömung im Elsterbecken kann nicht unbedingt als reißend bezeichnet werden und als der Wind sich dreht, scheint es, als wollten die Entchen sogar rückwärts schwimmen. Bei einer strategischen Besprechungen mit der Notarin und der helfenden Feuerwehr entschließt man sich kurzerhand, einen der Schläuche, die zur Begrenzung der Rennstrecke genutzt werden, zu nehmen und dem Entenpulk sanft Beine zu machen. Mit etwas Zugkraft und diesem drückenden Argument müssen sich die gelben Schwimmer dann doch überzeugen lassen, sich endlich dem Ziel zu nähern. Damit auch diesmal wieder alles mit rechten Dingen zugeht, sitzt die Notarin im Boot, um die Siegerenten persönlich in Empfang zu nehmen. Durch die kleinen Schwimmschwierigkeiten hat sich die Siegerehrung, normalerweise auf 13 Uhr angesetzt, um eine Stunde verspätet. Hartgesottene, die schon seit 12 Uhr am Bootshaus am Klingerweg ausharren, um bei der Siegerehrung den besten Platz zu ergattern, müssen natürlich besonders lange warten. Die Verpflegungsstände, das Fußballturnier und die Kinderattraktionen versüßen allerdings das Warten. Aber dann geht es endlich los. Der Chef der Lions und seine Assistenten betreten die Bühne, auf der alle Preise aufgebaut sind. Mit lockerer Moderation motivieren sie die Besucher. Jubeln auf Handzeichen und die Aussicht auf die begehrten Preise heizen die Menge an. Mit der Nennung der einzelnen Gewinnzahlen, quälend langsam, machen die Sprecher das Ganze zusätzlich spannend. Jubelschreie werden immer wieder von gebannter Stille abgelöst. Etwas schade ist, dass leider nicht alle Gewinner anwesend sind. Der Gewinner des VW Fox ist gar nicht präsent, was aber so schlimm auch nicht ist. Denn die Sieger-nummern werden in der Tageszeitung und im Internet veröffentlicht. Auf jeden Fall freut sich die Leiterin des Projekts Straßenkinder e.V., die in Bälde einen Scheck für ihre Straßenkinder entgegennehmen kann. Ein neuer Bolzplatz, auf dem sich die Jugendlichen dann so richtig austoben können, ist mit dem Geld geplant. Und das nächste Entenrennen ist in Planung.